Whale Watching 2026
Pico – Zwischen Walen, Vulkanen und Me(h)er
Reisebericht Sandra Gräfen (15.06.2026)
Vom 22. bis 31. Mai 2026 führte die Reise des Fördervereins des Zoos Duisburg (Zoofreunde Duisburg) unter der Leitung von Roland Edler, Revierleiter des Duisburger Delfinariums, 15 Teilnehmende auf die Azoreninsel Pico – (für mich) eine der faszinierendsten Inseln des Atlantiks.
Gemeinsam unterwegs ins Inselabenteuer
Bereits vor Reisebeginn zeigte sich der besondere Charakter dieser Exkursion. Bei einem gemeinsamen Vortreffen hatten sich viele Teilnehmende bereits kennengelernt, sodass die Gruppe schon am Flughafen schnell zusammenfand. Auch Alleinreisende fanden sofort Anschluss. Trotz kleiner Verzögerungen bei der Anreise blieb die Stimmung von Anfang an ausgesprochen positiv. Der Zwischenstopp in Lissabon fiel kurz aus: Die Gruppe übernachtete in einem sehr schönen Hotel in Flughafennähe und genoss dort ein ausgezeichnetes Frühstück. Für eine Erkundung der portugiesischen Hauptstadt blieb jedoch leider keine Zeit, bevor die Reise weiter auf die abgelegene Vulkaninsel mitten im Ozean führte.
Schon beim Anflug zeigte sich die beeindruckende Landschaft Picos. Schwarzes Lavagestein, entstanden durch jahrhundertelange vulkanische Aktivität, prägt weite Teile der Insel. Dazwischen leuchten die Grüntöne der üppigen Vegetation. Tief hängende Nebelschwaden ziehen über die Hänge des mächtigen Pico, des höchsten Berges Portugals, und verleihen der Landschaft eine beinahe mystische Atmosphäre.
Gemeinsam unterwegs ins Inselabenteuer
Picos leiser Rhythmus
Pico lebt in einem anderen Rhythmus. Hektik bleibt zurück, Ruhe und Entschleunigung bestimmen den Alltag. Das stetige Rauschen des Atlantiks begleitet die Besucherinnen und Besucher auf Schritt und Tritt. Unsere Unterkunft, das Bela Vista im kleinen Küstenort Lajes do Pico, erwies sich dabei als idealer Ausgangspunkt. Einfach, gemütlich und zentral gelegen, bot sie einen direkten Blick auf den Hafen und spiegelte den ursprünglichen Charakter der Insel wider. Luxus und Shopping stehen hier nicht im Vordergrund; stattdessen vermittelt der Ort ein Gefühl von Gelassenheit und Authentizität.
Ein wesentlicher Bestandteil des Gelingens dieser Reise war die hervorragende Vorbereitung durch Roland Edler. Bereits im Vorfeld erhielten die Teilnehmenden wertvolle Informationen zu Wetter, Kleidung, Versorgung und den Gegebenheiten vor Ort. So konnten alle ohne überhöhte Erwartungen und dennoch bestens vorbereitet in das Abenteuer starten.
Picos leiser Rhythmus
Erste Begegnungen mit den Giganten des Meeres
Schwerpunkt der Reise waren die Ausfahrten zur Wal- und Delfinbeobachtung. Die Gewässer rund um Pico zählen zu den artenreichsten Regionen des Nordatlantiks. Schon auf der ersten Ausfahrt wurde die Gruppe mit außergewöhnlichen Sichtungen belohnt. Blauwal, Seiwal und Finnwal zeigten sich ebenso wie Große Tümmler, Gewöhnliche Delfine und Streifendelfine. Hinzu kamen Portugiesische Galeeren sowie eine Unechte Karettschildkröte. Besonders die Begegnung mit einem Blauwal und seinem Jungtier wurde für viele Teilnehmende zu einem unvergesslichen Höhepunkt der Reise. Unabhängig davon, ob jemand bereits Erfahrung in der Walbeobachtung hatte oder zum ersten Mal an einer solchen Exkursion teilnahm: Dieser Moment sorgte bei allen für Begeisterung und Staunen.
Während unseres Aufenthalts zeigte sich das Meer jedoch oft von seiner rauen Seite. Hohe Wellen, kräftiger Wind und wechselhaftes Wetter machten die Fahrten mit den Zodiacs zu einem spannenden und anspruchsvollen Erlebnis.
Die Beobachtungen erforderten Geduld, Aufmerksamkeit und mitunter Durchhaltevermögen. Umso größer war die Freude über jede erfolgreiche Sichtung. Neben Finn-, Sei- und Blauwalen sowie einem Buckelwal konnten auch Große Tümmler, Gewöhnliche Delfine, Streifendelfine und Risso-Delfine beobachtet werden. Besonders eindrucksvoll waren die Begegnungen mit mindestens fünf Pottwalen, darunter auch Muttertiere mit Jungtieren. Immer wieder zeigten sie ihre markanten Fluken, bevor sie in die Tiefen des Atlantiks abtauchten.
Erste Begegnungen mit den Giganten des Meeres
Staunen, Lernen und Verstehen
Mit jeder Ausfahrt wuchs auch das Interesse an der faszinierenden Welt der Meeressäuger. Anfangs sorgten Fachbegriffe wie „Blow“ oder „Fluke“ noch für neugierige Nachfragen. Dank der großen Geduld und des umfangreichen Wissens von Roland Edler entwickelte sich daraus schnell ein reger Austausch. Seine spannenden Erklärungen und Geschichten machten jede Ausfahrt zu einer wertvollen Lernerfahrung und bereicherten die Reise weit über die eigentlichen Sichtungen hinaus.
Für viele Teilnehmende war die Begegnung mit den gewaltigen Meeressäugern zudem ein sehr persönliches Erlebnis. Angesichts der Weite des Atlantiks und der Größe dieser Tiere wurde spürbar, wie klein der Mensch inmitten dieser Natur erscheint.
Staunen, Lernen und Verstehen
Pico abseits der Ausfahrten
Abseits der gemeinsamen Ausfahrten bot Pico allen Teilnehmenden die Möglichkeit, die Insel auf eigene Weise zu erleben. Auch wenn das Wetter durchwachsen war und gelegentlich kräftige Regenschauer über die Insel zogen, ließ sich die Gruppe davon nicht entmutigen. Einige erkundeten zu Fuß die Vulkanlandschaft mit ihren schwarzen Lavafeldern, üppiger Vegetation und spektakulären Ausblicken auf den Atlantik. Andere genossen bewusst die Ruhe der Insel. Pico besitzt einen ganz besonderen Charme, der sich nur schwer beschreiben lässt – man muss ihn erleben.
Auch die Geschichte der Insel stand auf dem Programm. In den Museen von Pico begab sich die Reisegruppe auf die Spuren der Walfänger. Dort wird anschaulich dokumentiert, welche Bedeutung der Walfang über Generationen hinweg für die Inselbewohner hatte. Heute hat sich diese Tradition gewandelt: Aus Jägern wurden Bewahrer. Die Walbeobachtung ist inzwischen ein wichtiger Bestandteil des nachhaltigen Tourismus und trägt zum Schutz der Tiere bei. Gerade in Lajes lässt sich noch heute erahnen, welche Entbehrungen die Walfänger einst auf sich nahmen und was das Leben auf einer abgelegenen Atlantikinsel bedeutete.
Pico abseits der Ausfahrten
Gemeinsame Abende, bleibende Eindrücke
Kulinarisch verwöhnte Pico seine Gäste mit frischem Fisch und regionalen Spezialitäten. Viele Teilnehmende verbrachten die Abende gemeinsam in den kleinen, authentischen Restaurants von Lajes. Dabei wurden die Erlebnisse des Tages ausgetauscht und die außergewöhnlich gute Stimmung innerhalb der Gruppe weiter vertieft. Diese gemeinsamen Abende trugen wesentlich dazu bei, dass die Reise nicht nur durch die Naturerlebnisse, sondern auch durch das Miteinander in besonderer Erinnerung bleiben wird.
Am Ende der Reise waren sich alle Teilnehmenden einig: Pico ist ein Ort voller Kontraste und zugleich voller Harmonie. Schwarzes Lavagestein und sattes Grün, Nebel und Sonnenschein, gewaltige Wale und die Weite des Atlantiks schaffen eine einzigartige Kulisse. Die Reise bot beeindruckende Naturerlebnisse, spannende Einblicke in die Geschichte der Insel und viele Momente der Ruhe.
Ein turbulenter Abschied von den Azoren
Die Rückreise nach Deutschland verlief noch einmal unerwartet abenteuerlich. Dichter Nebel und die Auswirkungen eines Azorentiefs sorgten für erhebliche Verzögerungen im Flugverkehr. Zeitweise schien sogar ungewiss, ob der Anschlussflug erreicht werden würde. Letztlich hatte die Gruppe jedoch erneut Glück, und trotz mehrstündiger Verspätungen konnten alle ihre Heimreise fortsetzen. Aus geplanten Umsteigezeiten wurden lange Wartephasen, und von der ohnehin kurzen Nacht blieben nur wenige Stunden Schlaf.
Gemeinsame Abende, bleibende Eindrücke




































