Pico – eine Insel, die Träume wahr werden lässt ...

Whale Watching Azoren 2023

Reisebericht Frank Schlawe (05.06.2023)

Gerade zurück von den Azoren sind alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Expedition immer noch tief beeindruckt. Die vielen einzigartigen und hautnahen Naturerlebnisse müssen erst noch verarbeitet werden.

Die Insel Pico war unser Ziel – das Eldorado für Delfin- und Walfreunde und die jüngste der neun Azoreninseln, 1.667 km vor Lissabon. „Fly the Atlantic and stopover on a place of magical creatures“, so die Azores Airlines „SATA“. Besser kann man es nicht ausdrücken. Auf dem transatlantischen Rücken gelegen steigt hier Plankton aus der Tiefe auf und sorgt für einen großen Fischreichtum, der Pico zu einem Hotspot für Delfine und Wale macht.

Delfin im Gegenlicht (Foto: Frank Schlawe)

Delfin im Gegenlicht (Foto: Frank Schlawe)

Pottwale ziehen hier ihre Kälber auf und etliche Delfinarten leben dauerhaft in dieser Region. Hinzu kommen die vielen „Wanderer“, die im Süden vor Pico einen Zwischenstopp einlegen und die Insel so zu einem echten Geheimtipp machen.

Fluke eines Pottwals (Foto: Frank Schlawe)

Fluke eines Pottwals (Foto: Frank Schlawe)

Bereits in den ersten Minuten unserer ersten Ausfahrt wurden wir von einer Schule „gewöhnlicher“ Delfine mit etlichen hundert Tieren begrüßt. Ich, der nun zum ersten Mal dieses Schauspiel genießen durfte, wusste gar nicht, wohin ich zuerst schauen sollte – das Wasser schien zu kochen und die Delfine überboten sich mit den wildesten akrobatischen Sprüngen. Auf unserem Boot – Begeisterung pur. In den folgenden drei Stunden trafen wir noch andere Delfinarten wie den großen Tümmler, Streifen- und Fleckendelfine. Den atemberaubenden Abschluss des ersten Tages bildete die Stippvisite eines Seiwals, der mich mit seiner beeindruckenden Größe auch jetzt noch sprachlos macht.

Rückenfinne eines Seiwals (Foto: Frank Schlawe)

Rückenfinne eines Seiwals (Foto: Frank Schlawe)

In einer der folgenden Ausfahrten hatten wir das Glück, einen Finwal zu treffen. Die tollen Rissos – Rundkopfdelfine – die aussehen, als hätte jeder von ihnen sein individuelles „Tattoo“, sind stets ein tolles Fotomotiv. Unsere Begeisterung war groß, dass wir diese Gruppe fast regelmäßig angetroffen haben.

Rissos / Rundkopfdelfine (Fotos: Manuela Schlawe)

Pottwale mit ihren Kälbern waren zu dieser Zeit nicht ganz so häufig zu sehen wie in den zurückliegenden Jahren, dennoch gab es etliche spannende Sichtungen und eines dieser großartigen Tiere kreuzte sogar kurz vor unserem Boot unseren Weg – was möchte man mehr?!

An fünf der sieben uns zur Verfügung stehenden Tage war jeweils eine Ausfahrt fest eingeplant. Wer mochte, konnte am Nachmittag eine weitere Ausfahrt buchen, um so die Wahrscheinlichkeit einzigartiger, persönlicher Erlebnisse zu erhöhen. Auch unsere Gruppe hat diese Möglichkeit rege genutzt.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Whale Watching Azoren 2023

Roland, der Fachexperte unseres Zoos in Sachen Wale und Delfine, hat Pico oft besucht. Er beantwortete nicht nur unsere zahlreichen Fragen und unterstützte die Ausfahrten, sondern kommentierte auch unsere Sichtungen in den Briefings nach den Ausfahrten. Darüber hinaus sorgte Roland für einen reibungslosen Ablauf und legte sich mächtig ins Zeug, um alle Sonderwünsche erfüllen zu können. Roland – vielen herzlichen Dank an dieser Stelle für Dein großartiges Engagement!

Der Vulkan Pico (Foto: Frank Schlawe)

Der Vulkan Pico (Foto: Frank Schlawe)

An den beiden ausfahrtsfreien Tagen empfahl es sich unbedingt, die phantastische und einzigartige Natur der Vulkaninsel zu erkunden und so haben wir uns in kleinen Gruppen Autos gemietet und sind auf Erkundungstour gegangen. Auch hier wartete Pico wieder mit Superlativen auf. Wir konnten z.B. einen erheblichen Teil einer der größten Lavaröhren Europas begehen – einfach fantastisch.

Einen PKW zu mieten ist nach Voranmeldung – wie eigentlich alles auf Pico – leicht und unkompliziert möglich. Die netten Menschen geben sich viel Mühe, alles ohne Stress und in familiärem Umgang miteinander zu ermöglichen.

Gruta das Torres – Eingang zum Lavaröhrensystem (Foto: Frank Schlawe)

Gruta das Torres – Eingang zum Lavaröhrensystem (Foto: Frank Schlawe)

Alles in allem eine spannende und ereignisreiche Reise mit vielen beeindruckenden Erlebnissen, bei der alle auf ihre Kosten gekommen sind, was nicht nur an den zufriedenen Gesichtern und glücklichen Augen abzulesen war. Uns hat der Besuch auf Pico ganz klar Lust auf „Meer“ gemacht. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen – auch wenn die großartige Back- und Kochkunst des ortsansässigen Bäckers klare Spuren bei mir hinterlassen hat.

Wir sehen uns wieder!
Die Vorbereitungen fürs nächste Jahr laufen bereits.

Frank Schlawe
Vorstand